Allgemein, Jagdgesetz
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Hessische Jagdverordnung geplant

Kirrung im Wald

Geht es nach den Forderungen des NABU, könnte die Kirrung in Hessen schon bald verboten sein.
Bild: Markus Stifter

Der NABU Hessen hat im Oktober 2014 eine drastische Einschränkung des Jagdrechts in Hessen gefordert. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und Bündnis 90/Grünen heißt es: “Wir wollen die Liste der jagdbaren Tierarten auf ihre Sinnhaftigkeit hin überprüfen” (Quelle HessenJäger 1/2015). Der LJV Hessen befürchtet, dass diese Verordnung, die evtl. schon zum 01.04.2015 in Kraft treten könnte, nicht wissensbasiert ausfällt sondern auf den ideologisch geprägten Forderungskatalog des NABU basiert.

Konkret geht es um folgende Forderungen:

  • “Tiere, die nicht verwertet werden oder bedroht sind, gehörten nicht ins Jagdrecht. So sollten künftig etwa Mauswiesel, Hermelin, Iltis, Baummarder, Steinmarder, Rebhuhn, Rabenkrähe, Elster, Blässhuhn und Lachmöwe nicht mehr gejagt werden dürfen.”*
  • “Gefährdete Arten wie der Feldhase, der seit 1995 auf der hessischen Roten Liste bedrohter Arten steht, oder Tiere, deren Bestände eine nachhaltige Nutzung nicht ermöglichen, seien darüber hinaus ganzjährig zu schonen.”*
  • “Weitere Forderungen des NABU Hessen sind ein Verbot der Fütterung und Kirrung, die Einführung einer Wildruhe durch Festsetzung jagdfreier Zeiten, das Verbot der Bau-, Fallen- und Beizjagd, die Verpflichtung zur Verwendung bleifreier Büchsen- und Schrotmunition sowie das Abschussverbot von freilaufenden Hunden und Katzen.”*

*Quelle: NABU Pressemitteilung von 10.10.2014

Kompletter Text:
https://hessen.nabu.de/presse/pressemitteilungen/index.php?popup=true&show=2121&db=presseservice_hessen

Der Tierschutzbeirat der Hessischen Landesregierung fordert in einer Pressemitteilung vom 18.12.2014 zusätzlich das Verbot der Fallenjagd, ein “striktes Fütterungsverbot” sowie Schonzeiten für Füchse und Waschbären.

Komplette Pressemitteilung vom 18.12.2014
https://umweltministerium.hessen.de//presse/pressemitteilung/ergebnisse-und-forderungen-die-landesregierung-1

Kommentar: Nun sind die hessischen Jägerinnen und Jäger gefordert. “Sprechen Sie Bürgermeister, Kreisabgeordnete, Landtags- und Bundestagsabgeordnete aus Ihrem Wahlkreis an, dass sie die geforderten Änderungen nicht dulden sollen.  Werden Sie aktiv und wenden Sie sich an den LJV Hessen e. V.“.

Wichtig: Teilen Sie Ihre E-Mailadresse dem LJV und Ihrem Jagdverein mit, damit Sie schnell informiert werden können!

10 Kommentare

  1. Thomas Knuf sagt

    Es sollten sich unwissende angefangen von Nabu bis hin zu den Politikern von dem Jagdrecht fernhalten. Nur so ist eine sinngemäße, gerechte den örtlichen Verhältnissen angepasste Jagd möglich.

  2. Frank Schunder sagt

    Unglaublich. Schonzeiten für Neozoen?! Damit das Gleichgewicht der heimischen Ökosysteme komplett kippen und eine natürliche Ausrottung von Arten stattfindet… Leute die keine Ahnung haben.

  3. Christoph Fandel sagt

    Die Einführung einer Wildruhe durch Festsetzung jagdfreier Zeiten?
    Wer zahlt denn den in dieser Zeit entstehenden Wildschaden in Feld und Flur?

  4. Ich fordere ja eine Jagdfreie Zeit für Schwarzwild damit die Wutzerl wieder tagaktiv und für den Waldbesucher erlebbar werden! (Natürlich entfällt damit auch die Haftung für den in dieser Zeit enstehenden Wildschaden … ist doch klar, oder)

    *Wie gut das wir in Hessen keine wichtigeren Aufgaben haben als an dem gut funktionierenden und völlig marginalen Jagdrecht herum zu pfuschen.

  5. Edmund Weimer sagt

    Die “Grünen” sind der Garant für den Untergang Deutschlands. Gefolgt von BUND und NABU. Zerschlagung eines Weltweit anerkanten Jagdsystems – Zerstörung der Landwirtschaft durch nichtsnutzige – arogante und absolut ungebildete A… die mit PETA und Konsorten gemeinsame Sache machen. Hinzu kommt noch die EU mit Ihrem Menschenrechtsgefasel.. Armes deutschland – Wohin fallen wir noch..

  6. Die Beizjagd ist in vielen Ländern und jetzt seit Dezember 2014 auch in Deutschland als Weltkulturerbe anerkannt.
    Wie deckt sich das mit einem evt. Verbot!
    Im übrigen kann ich mich meinen Vorschreibern nur anschliessen was die völlige Ahnungslosigkeit sowie die welt- und Tierfremde Ideologie von NABU, GRÜNEN, PETA usw. angeht.

    Berthold Geis
    1. Vorsitzender
    Orden Deutscher Falkoniere
    Landesverband Hessen

  7. Dr. Frank, Orlik sagt

    Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass Interessengruppen, die nur einen winzig kleinen Teil der Bevölkerung repräsentieren, derart starken Einfluss auf die Politik zu nehmen verstehen. Und da gibt es die absonderlichsten und merkwürdigsten Allianzen – wenn sich z.B. selbsternannte Tierschutzorganisationen wie PETA sich z.B. mit TASSO zusammenschließen, um der Jagd den Garaus zu machen. Wenn man weiß, dass PETA jedwede Tierhaltung ablehnt, da fragt man sich schon, wie ein Haustierzentralregister wie TASSO gemeinsame Sache mit Militanten wie PETA machen kann.

    Allerdings müssen sich Jäger wie Falkner den Vorwurf eines Dornröschenschlafs gefallen lassen. Der Angriff auf Jagd und Jäger ist doch nur ein Teil eines Ganzen und umfassenden Angriffs auf das Recht der freien Entfaltung der Persönlichkeit dar. Heute sind es die Jäger, die im Visier dieser militanten Organisationen stehen. Morgen sind es die Angler. Dann die Vogelhalter. Dann die Aquarianer. Dann die Terrarianer. Und irgendwann bekommen wir auch die Hundehaltung oder die Haltung von Katzen, Goldhamstern und Meerschweinchen verboten. Und wenn man das mit dem Verbot schlecht verkaufen kann, dann werden halt mal schnell aberwitzige Haltungsbedingungen vorgeschrieben. Schade, dass das Kinderzimmer für ein 15 Quadratmeter-Gehege für einen Goldhamster dann halt zu klein ist. Aber das Kind kann sich dann ja – viel ökologischer und streng vegan – an dem 500-Quadratmete-Ökologisch korrekten -und spatenfreien Regenwurmbiotop, dass verpflichtend im Garten anzulegen sein wird, erfreuen …

    Gefragt ist der Schulterschluss all dieser Verbände, die sich nur geschlossen gegen PETA, NABU und Ähnliche zur Wehr setzen können. Immer nur zu sagen: “Betrifft mich ja nicht” führt dazu, dass auch niemand mehr den Mund aufmacht, wenn es an unser Interessen geht. Deswegen darf es auch bei dem Protest der Jägerschaft auch nicht hingenommen werden, dass immer weitere Bereiche unsinnig beschnitten werden. Egal, ob man selbst die Fallenjagd oder die Falknerei ausübt: Wenn hier unsinnige und rein ideologisch motivierte Einschnitte drohen, ist der Protest der gesamten Jägerschaft gefragt.

    Zu PETA und Konsorten vielleicht nur eines – was vielleicht auch NABU und seinen Mitgliedern mal zu denken geben sollte: Vor kurzem wurde aus dieser Richtung erklärt, dass Honig kein veganes Lebensmittel sei, weil es aus der Ausbeutung von Bienen stammt und Bienen in zu kleinen Räumen ähnlich der Massentierhaltung gehalten würden. Und in der wichtigsten Fachzeitschrift für Imker wird auch gleich diskutiert, ob die Gewinnung von Honig (Ausbeutung der Bienen) ethisch verantwortbar ist, ebenso wie z.B. die Vernichtung überflüssiger männlicher Bienen im Zuge der Milbenbekämpfung. Wer es jetzt immer noch nicht kapiert hat, wohin die Reise geht, dem ist wohl nicht zu helfen ….

    Aber wieso kann so etwas passieren. Wenn ich mir das Wahlpotential, das z.B. hinter allen Tierhalter-Verbänden steht, anschaue, würde darüber jede Landes-oder Bundesregierung stürzen…

    Auch wenn wir in Deutschland wahrlich wichtigere Probleme haben: dürfen wir wirklich zulassen, dass Parteien Organisationen hörig sind, denen ein wichtiges Grundrecht, nämlich das der freien Entfaltung der Persönlichkeit, offensichtlich so wenig bedeutet ?

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