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Nie mehr kalte Füße auf der Jagd

Jeder Jäger kennt das Gefühl: Die Kälte kriecht langsam über die Füße und die Beine in den ganzen Körper hinauf. Wieder einmal nicht warm genug angezogen! Es ist schon knapp 1.00 Uhr nachts und bitterkalt aber gerade wird es spannend. In der Ferne schreckt das Rehwild – die Sauen sind im Anmarsch. Jetzt kann man doch nicht wegen kalten Füßen nach Hause fahren! Also abwarten und weiter zittern? Das muß beim nächsten Mal nicht sein.

Selbst habe ich schon die unterschiedlichsten “Hilfsmittel” getestet und mir in einem Fall mit einer beheizbaren Sohle ordentlich die Fußsohlen verbrannt. Doch eigentlich lässt sich ganz schnell Abhilfe schaffen, wie der Artikel von Dr. Christian Neitzel in der PIRSCH Nr. 22/2014 zeigt. Eine “Dampfsperre” im Schuh soll vermeiden, dass die Feuchtigkeit in die Socken und das Isolierfutter des Stiefels steigt. So sollen die Füße immer warm bleiben. Egal, aus welchem Material die Socken und der Stiefel gefertigt sind – sobald sie feucht werden, verlieren diese ihre Isolationseigenschaften. Wenn wir vorher noch in den Stiefeln im Revier gearbeitet haben oder einen langen Anmarsch zum Hochsitz hatten, schwitzt der Fuß und gibt diese Feuchtigkeit nach außen in die Socken oder das Stiefelfutter ab. Aber auch ohne Anstrengung und Bewegung schwitzt unsere Haut ständig – auch wenn wir das nicht merken. Es gilt also die äußeren Isolierschichten vor Feuchtigkeit zu schützen. Mit einem einfach Trick kann man mit einer Dampfsperre, wie man sie aus dem Dachdeckerbereich kennt, für Abhilfe sorgen.

Tipps gegen kalte Füße auf der Jagd:

  1. Falls die Füße durch Revierarbeiten schon feucht sind, gut waschen oder im Jagdhaus mit einem Handtuch abtrocknen.
  2. Dann frische dünne Socken, z. B. Tennissocken anziehen
  3. Darüber dann einen einfachen Hausmüllbeutel ziehen
  4. Über den Müllbeutel dann die dicken Jagdsocken – am besten Kniestrümpfe – anziehen und so in die Stiefel schlüpfen.
Nie mehr kalte Füsse

Der Müllbeutel wirkt wie eine “Dampfsperre” und verhindert, dass die dicke Isolierschicht feucht wird.

So wird die äußere Wärmeschicht vor Feuchtigkeit geschützt. Diesen einfachen “Trick” nutzen laut Dr. Neitzel auch Arktis-Experten und Extrem-Bergsteiger. Statt des Müllbeutels sind über den Fachhandel auch wasserdampfdichte Socken unter der englischen Bezeichnung “Vapor Barrier Liner” erhältlich.

Füsse vor Kälte schützen

Auch wenn es anfänglich etwas befremdlich aussieht – die Müllbeutel leisten gute Dienste bei der Isolierung und halten die Füße lange warm.

Kommt man von dem Ansitz nach Hause, sollten “die Füße zu Hause gewaschen und getrocknet werden, um Fußpilz vorzubeugen”, so Dr. Neitzel.

Ich habe diesen Tipp gleich selbst ausprobiert und war erstaunt, wie angenehm warm meine Füße auch nach einem langen Drückjagdtag noch waren. Erst war ich etwas skeptisch, was die Müllbeutel anbelangt. Aber dank der kniehohen Strümpfe sind die Müllbeutel komplett verschwunden und machten auch keine störenden Geräusche.

Wichtig: Die Müllbeutel oder allgemein Plastiktüten immer sicher verstauen. Sie können für Kinder und Haustiere lebensgefährlich sein (Erstickungsgefahr).

 

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