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Immer mehr Seehundbabys werden auf Sylt angespült

Es ist kurz nach 17.00 Uhr als das Handy klingelt. Touristen haben zwei Seehundbabys ohne Mutter im Wattenmeer entdeckt. Thomas Diedrichsen (48) ist Insel-Ranger und lebt mit seiner Frau Conni und seinen zwei Söhnen auf der Ellenbogenspitze auf Sylt.
Er lädt noch schnell eine große Wanne auf seinen Pick-Up und macht sich auf den Weg zu den beiden Findlingen. „Manche Heuler sind sehr flink und robben sich blitzschnell wieder ins Wasser, da muss man selbst sehr schnell sein“, weiß der erfahrene Inseljäger. Die jungen Seehunde werden bei starker Brandung von den Sandbänken der Nordsee an die Inselstrände gespült. Getrennt von ihrer Mutter haben sie kaum eine Überlebenschance. Im Normalfall werden sie 4-5 Wochen von ihr gesäugt. Diese Aufgabe muss jetzt die Seehundstation Friedrichskoog übernehmen.

Seehundbabys - kleine Heuler werden auf Sylt angespült

Foto: Markus Stifter, stifter-press.de

Thomas erreicht die Stelle am Strand und greift die beiden Robbenbabys mit einem geübten Griff. „Sie haben schon ziemlich spitze Zähne und ein Biss kann weh tun“. Thomas trägt Schutzhandschuhe, um sich und die Seehunde vor Infektionen zu schützen. Denn im letzten Jahr kursierte ein Grippevirus (H10N7) auf der Insel – 1.250 Seehunde sind daran verendet oder mussten von ihrem Leiden erlöst werden. Der Bestand war dadurch nicht gefährdet. In der Nordsee leben laut Schätzungen rund 40.000 Seehunde.
„Heute ist das Schiff schon weg, das die beiden Heuler zur Seehundstation auf dem Festland bringt“, weiß Thomas. Die Babys übernachten heute bei uns und werden morgen mit dem Schiff von Hörnum nach Nordstrand gebracht“.

Conni und Thomas Diedrichsen versorgen die Seehundebabys

Foto: Markus Stifter, stifter-press.de

Zuhause angekommen versorgt Thomas mit seiner Frau Conni die Jungtiere und setzt sie in eine große Fischwanne um. „Die beiden sind schon ziemlich kräftig, wiegen um die 10 kg. In Friedrichskoog werden sie dann aufgezogen bis sie ein Gewicht von 27 kg erreicht haben, dann werden sie in die Nordsee ausgewildert“.

Die kleinen Heuler sind reisefertig - auf geht's zur Seehundstation Friedrichskoog

Foto: Markus Stifter, stifter-press.de

In der Seehundestation Friedrichskoog werden Ende Juni bereits 100 Seehundbabys betreut.
Mehr Informationen zu einer Patenschaft für Seehunde finden Sie auf der Homepage www.seehundestation-friedrichskoog.de

Video: “Heulendes Strandgut” auf Jagderleben.de

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