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Immer mehr Seehundbabys werden auf Sylt angespült

Es ist kurz nach 17.00 Uhr als das Handy klingelt. Touristen haben zwei Seehundbabys ohne Mutter im Wattenmeer entdeckt. Thomas Diedrichsen (48) ist Insel-Ranger und lebt mit seiner Frau Conni und seinen zwei Söhnen auf der Ellenbogenspitze auf Sylt. Er lädt noch schnell eine große Wanne auf seinen Pick-Up und macht sich auf den Weg zu den beiden Findlingen. „Manche Heuler sind sehr flink und robben sich blitzschnell wieder ins Wasser, da muss man selbst sehr schnell sein“, weiß der erfahrene Inseljäger. Die jungen Seehunde werden bei starker Brandung von den Sandbänken der Nordsee an die Inselstrände gespült. Getrennt von ihrer Mutter haben sie kaum eine Überlebenschance. Im Normalfall werden sie 4-5 Wochen von ihr gesäugt. Diese Aufgabe muss jetzt die Seehundstation Friedrichskoog übernehmen. Thomas erreicht die Stelle am Strand und greift die beiden Robbenbabys mit einem geübten Griff. „Sie haben schon ziemlich spitze Zähne und ein Biss kann weh tun“. Thomas trägt Schutzhandschuhe, um sich und die Seehunde vor Infektionen zu schützen. Denn im letzten Jahr kursierte ein Grippevirus (H10N7) auf der Insel – …